Freeware, Shareware und Open Source: die Unterschiede

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Freeware ist dauerhaft kostenlos, aber meist nicht quelloffen und oft nur privat nutzbar. Shareware dürfen Sie testen und müssen danach bezahlen. Open-Source-Software ist frei nutzbar, auch gewerblich, und ihr Quellcode öffentlich. Dazu kommen Freemium-Modelle, bei denen eine Grundversion gratis ist und Zusatzfunktionen kosten. Entscheidend ist immer die Lizenz – sie regelt, was Sie mit dem Programm tun dürfen.

Die Modelle im Überblick

ModellKostenGewerbliche NutzungQuellcode
FreewareKostenlosOft ausgeschlossen oder kostenpflichtigNicht einsehbar
Shareware / TestversionKostenlos für begrenzte Zeit oder mit EinschränkungenNach Kauf je nach LizenzNicht einsehbar
Open SourceIn der Regel kostenlosErlaubtÖffentlich, darf verändert werden
FreemiumGrundversion kostenlos, Erweiterungen oder Abo kostenpflichtigHäufig nur in BezahlversionMeist nicht einsehbar
Gemeinfrei (Public Domain)KostenlosErlaubtUnterschiedlich

Freeware

Freeware dürfen Sie kostenlos herunterladen und unbefristet nutzen. Der Hersteller behält aber alle Rechte: Sie dürfen das Programm nicht verändern und oft auch nicht weiterverbreiten. Viele Freeware-Lizenzen erlauben ausdrücklich nur die private, nicht kommerzielle Nutzung. Ein bekanntes Beispiel sind Fernwartungsprogramme wie TeamViewer, die für Privatpersonen kostenlos sind, für Firmen aber eine Lizenz voraussetzen.

Freeware finanziert sich unterschiedlich: als Werbung für eine Bezahlversion, über Spenden – oder über Zusatzangebote im Installer. Letzteres ist der Grund, warum Sie bei der Installation von Freeware besonders aufmerksam sein sollten (Bundle-Software vermeiden).

Shareware und Testversionen

Shareware folgt dem Prinzip „erst testen, dann kaufen“. Typische Einschränkungen:

Der Begriff Shareware ist etwas aus der Mode gekommen; heute heißt es meist „Testversion“ oder „Trial“. Wichtig ist der Unterschied zwischen einer Testversion, die einfach endet, und einer Testphase mit hinterlegter Zahlungsart, die automatisch in ein Abo übergeht. Letztere müssen Sie aktiv kündigen – mehr dazu unter Abofallen vermeiden. Nach Ablauf einer Testversion „Reset-Tools“ oder Schlüsselgeneratoren zu verwenden, ist ein Lizenzverstoß und eine häufige Quelle für Schadsoftware.

Open Source

Bei Open-Source-Software ist der Quellcode öffentlich. Jeder darf das Programm nutzen, untersuchen, verändern und weitergeben – unter den Bedingungen der jeweiligen Lizenz. Bekannte Beispiele sind LibreOffice, VLC, GIMP, Firefox und 7-Zip.

LizenztypBeispieleWas er bedeutet
CopyleftGPLWer veränderte Versionen weitergibt, muss sie unter derselben Lizenz und mit Quellcode weitergeben.
Schwaches CopyleftLGPL, MPLCopyleft gilt nur für die Bibliothek bzw. die geänderten Dateien selbst.
Freizügig (permissiv)MIT, BSD, ApacheFast beliebige Nutzung, auch in geschlossener Software; Urheberhinweis muss erhalten bleiben.

Für Privatanwender ist die Lizenzart selten relevant: Nutzen dürfen Sie Open-Source-Programme ohne Einschränkung. Wichtig wird sie erst, wenn Sie Code selbst weitergeben oder in eigene Produkte einbauen. Ein Vorteil von Open Source: Unabhängige Fachleute können den Code prüfen. Eine Garantie für Sicherheit ist das allerdings nicht.

Freemium und werbefinanzierte Software

Bei Freemium ist die Grundfunktion kostenlos, mehr gibt es gegen Einmalzahlung oder Abo. Das ist bei Apps inzwischen das häufigste Modell. Daneben gibt es Software, die sich über eingeblendete Werbung finanziert – teils mit der Möglichkeit, sie per Kauf zu entfernen. Prüfen Sie im App-Store-Eintrag unter „In-App-Käufe“ bzw. „Enthält Werbung“, was Sie erwartet.

Auch „kostenlos“ beworbene Dienste bezahlen Sie manchmal mit Daten. Ein Blick in die Datenschutzerklärung bzw. die Datenschutzangaben im Store zeigt, welche Daten erhoben und weitergegeben werden.

Lizenzfallen erkennen

Die Lizenz finden Sie im Installer, im Menü Hilfe › Über bzw. Info des Programms, in einer Datei namens LICENSE oder auf der Website des Herstellers. Grundsätzliches zur Rechtslage beim Herunterladen erklärt Ist Herunterladen legal?

Häufige Fragen

Ist Open-Source-Software immer kostenlos?

Fast immer, aber nicht zwingend. Die Lizenz erlaubt auch den Verkauf. Manche Projekte verkaufen fertige Versionen oder Support, während der Quellcode frei bleibt.

Darf ich Freeware an Freunde weitergeben?

Das regelt die Lizenz. Viele Hersteller erlauben die unveränderte Weitergabe, andere nicht. Am sichersten ist es, den Link zur offiziellen Download-Seite weiterzugeben.

Ist Freeware sicherer als Shareware?

Nein, das Lizenzmodell sagt nichts über die Sicherheit aus. Entscheidend sind der Hersteller, die Download-Quelle und regelmäßige Updates.

Was ist „Abandonware“?

So nennt man alte Software, die der Hersteller nicht mehr verkauft. Das Urheberrecht gilt trotzdem weiter. Legal ist der Download nur, wenn der Rechteinhaber das Programm ausdrücklich freigegeben hat.