Fake-Download-Buttons erkennen und vermeiden

Zuletzt geprüft:

Gefälschte Download-Buttons sind Werbeanzeigen, die wie die echte Schaltfläche aussehen – oft größer, bunter und weiter oben. Sie erkennen sie zuverlässig daran, wohin der Link führt: Fahren Sie mit der Maus darüber und lesen Sie die Zieladresse unten links im Browser. Führt sie nicht zur Domain des Herstellers, klicken Sie nicht.

Typische Merkmale gefälschter Buttons

Ein Fake-Button ist technisch ein Werbebanner. Werbenetzwerke liefern ihn automatisch aus, und Betreiber kostenloser Download-Portale verdienen an jedem Klick. Folgende Anzeichen verraten ihn:

Die häufigsten Maschen

Hinter einem Fake-Button steckt selten direkt ein Virus. Meist folgt eine von diesen Maschen:

MascheWoran Sie sie erkennen
Fremder „Download-Manager“ oder InstallerStatt des gewünschten Programms kommt eine kleine .exe mit anderem Namen, die beim Ausführen weitere Software anbietet.
Browser-ErweiterungDer Browser fordert Sie auf, ein Add-on „zum Herunterladen“ zu installieren. Für normale Downloads braucht kein Browser eine Erweiterung.
Benachrichtigungs-FalleEin Hinweis verlangt „Klicken Sie auf Zulassen, um den Download zu starten“. Damit erlauben Sie der Seite Push-Benachrichtigungen, über die später Werbung und Warnmeldungen eintreffen.
Falsche VirenwarnungEine Seite behauptet, Ihr Gerät sei infiziert, und bietet ein „Reinigungsprogramm“ an. Webseiten können Ihr Gerät nicht scannen.
Abo-RegistrierungVor dem Download sollen Sie ein Konto anlegen oder Ihre Handynummer eingeben. Mehr dazu unter Abofallen vermeiden.

Besonders tückisch sind bezahlte Suchanzeigen: Kriminelle schalten Anzeigen für bekannte Programme, die auf nachgebaute Herstellerseiten führen. Dort ist der Button scheinbar echt, die ganze Seite aber gefälscht. Prüfen Sie deshalb immer die Domain in der Adresszeile.

  1. Zieladresse prüfen. Bewegen Sie den Mauszeiger über den Button, ohne zu klicken. Chrome, Edge und Firefox zeigen die Zieladresse unten links im Fenster an, Safari nach Aktivieren von Darstellung › Statusleiste einblenden. Auf dem Smartphone halten Sie den Finger länger auf den Link – das Menü zeigt die Adresse.
  2. Domain vergleichen. Der Link sollte zur Herstellerdomain oder zu einer bekannten Download-Domain des Herstellers führen, etwa videolan.org beim VLC Media Player. Kryptische Adressen mit Zahlen, Weiterleitungsdiensten oder Parametern wie ?clickid= sind Werbung.
  3. Dateinamen kontrollieren. Nach dem Klick zeigt der Browser den Dateinamen an. Heißt die Datei völlig anders als das Programm oder enthält sie Wörter wie „Downloader“ oder „Installer_Setup_Manager“, brechen Sie den Download ab.
  4. Im Zweifel den Umweg über den Hersteller nehmen. Tippen Sie die Herstellerdomain direkt in die Adresszeile, statt einem Link aus einer Suchmaschine oder einem Portal zu folgen.

Nach einem Fehlklick: was tun?

Ein Klick allein infiziert Ihr Gerät in aller Regel nicht. Gefährlich wird es erst, wenn Sie eine heruntergeladene Datei ausführen oder einer Seite Rechte einräumen. Gehen Sie so vor:

  1. Schließen Sie den geöffneten Tab. Lässt er sich nicht schließen, beenden Sie den Browser über den Task-Manager (Strg + Umschalt + Esc) bzw. am Mac mit ⌘ + Q. Stellen Sie danach die Tabs nicht wieder her.
  2. Öffnen Sie die Download-Liste (Strg + J in Chrome und Edge) und brechen Sie laufende Downloads ab. Bereits geladene Dateien löschen Sie im Download-Ordner, ohne sie zu öffnen.
  3. Haben Sie die Datei schon gestartet, prüfen Sie das System, wie unter Datei auf Viren prüfen beschrieben, und deinstallieren Sie unbekannte Programme. Hilfe beim Aufräumen gibt Bundle-Software vermeiden.
  4. Haben Sie Benachrichtigungen erlaubt, entziehen Sie die Berechtigung (siehe unten).
  5. Haben Sie Zugangsdaten oder Zahlungsdaten eingegeben, ändern Sie das betreffende Passwort sofort und informieren Sie bei Kartendaten Ihre Bank.

Benachrichtigungen wieder entziehen

Dauerhaft vorbeugen

Die grundlegenden Regeln für jeden Download fasst Sicher herunterladen: 10 Regeln zusammen.

Häufige Fragen

Ist mein PC infiziert, wenn ich nur auf einen Fake-Button geklickt habe?

Normalerweise nicht. Ein aktueller Browser führt heruntergeladene Programme nicht selbstständig aus. Solange Sie die Datei nicht geöffnet, keine Erweiterung installiert und keine Daten eingegeben haben, genügt es, Tab und Datei zu löschen.

Warum zeigen seriöse Seiten überhaupt solche Anzeigen?

Viele Websites binden Werbung über Netzwerke ein und sehen nicht selbst, welche Anzeigen ausgeliefert werden. Betrügerische Werbetreibende nutzen das aus. Bei Download-Portalen gehören solche Anzeigen dagegen oft zum Geschäftsmodell.

Hilft ein Werbeblocker gegen Fake-Downloads?

Ein Werbeblocker blendet viele gefälschte Buttons aus, aber nicht alle – und er schützt nicht vor komplett nachgebauten Herstellerseiten. Die Kontrolle der Domain bleibt der wichtigste Schutz.

Woran erkenne ich auf dem Handy, wohin ein Button führt?

Halten Sie den Finger auf den Button, bis ein Menü erscheint. Oben im Menü steht die Zieladresse. Tippen Sie danach außerhalb des Menüs, um es ohne Aufruf zu schließen.