Speicherplatz freigeben für große Downloads

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Für Spiele, System-Updates und Videos brauchen Sie meist mehr freien Speicher als die reine Downloadgröße, weil Dateien beim Installieren entpackt werden. Den meisten Platz gewinnen Sie mit den Bordmitteln von Windows, macOS, Android und iOS: Speicher analysieren, temporäre Dateien und Caches löschen, ungenutzte Apps entfernen und große Daten auf eine externe Festplatte oder in die Cloud auslagern. Zusätzliche „Cleaner“-Programme sind dafür nicht nötig.

Wie viel Platz brauche ich?

Die im Store oder auf der Download-Seite genannte Größe ist oft nur die komprimierte Datei. Während der Installation liegt das Paket zeitweise zusätzlich zum entpackten Inhalt auf dem Gerät. Spiele-Launcher und Konsolen zeigen den tatsächlichen Bedarf meist vor dem Start an. Als Faustregel planen Sie bei Spielen und Betriebssystem-Updates großzügig Reserve ein.

Auch für den reibungslosen Betrieb sollte ein Teil des Systemlaufwerks frei bleiben: Windows, macOS und Smartphones nutzen freien Speicher für Auslagerungsdateien, Updates und Zwischenspeicher. Ist das Laufwerk fast voll, werden Geräte spürbar langsamer und Updates schlagen fehl.

Windows

  1. Speicher analysieren:Einstellungen › System › Speicher zeigt, welche Kategorien (Apps, temporäre Dateien, Dokumente) wie viel belegen. Ein Klick auf eine Kategorie führt zu den Details.
  2. Bereinigungsempfehlungen nutzen: Unter Speicher › Bereinigungsempfehlungen schlägt Windows große, ungenutzte Dateien, Apps und Cloud-Dateien zum Löschen vor.
  3. Temporäre Dateien löschen:Speicher › Temporäre Dateien, Kategorien auswählen und Dateien entfernen. Nach einem großen Windows-Update erscheint dort oft „Vorherige Windows-Installation(en)“ mit viel Platzbedarf; diese können Sie löschen, wenn Sie nicht zur alten Version zurückwollen. Lassen Sie das Häkchen bei „Downloads“ weg, wenn darin noch Wichtiges liegt.
  4. Apps deinstallieren:Einstellungen › Apps › Installierte Apps, nach Größe sortieren und Ungenutztes entfernen.
  5. Speicheroptimierung einschalten: Sie löscht automatisch temporäre Dateien und leert den Papierkorb in einstellbaren Abständen.

Fortgeschrittene können den Ruhezustand deaktivieren, wenn sie ihn nicht nutzen: Eine Eingabeaufforderung als Administrator öffnen und powercfg /h off eingeben. Die Datei hiberfil.sys wird damit entfernt; auf Notebooks fällt dann aber der Ruhezustand weg und der Schnellstart ist deaktiviert.

Mac

  1. Öffnen Sie Systemeinstellungen › Allgemein › Speicher. Oben sehen Sie die Belegung nach Kategorien.
  2. Prüfen Sie die Empfehlungen: „In iCloud speichern“, „Speicher optimieren“ (für bereits gesehene Apple-TV-Filme und -Serien) und „Papierkorb automatisch entleeren“.
  3. Klicken Sie auf das Info-Symbol neben Kategorien wie Programme oder Dokumente, um große Dateien gezielt zu löschen.

Ein häufiger Platzfresser sind alte iPhone- und iPad-Backups. Sie finden sie im Finder, wenn Sie das Gerät auswählen und auf Backups verwalten klicken. Auch der Download-Ordner verdient einen Blick: Downloads löschen.

iPhone und iPad

Android

Finger weg von „Cleaner“- und „Booster“-Apps

Apps und Programme, die mit „Speicher voll!“-Warnungen werben, finanzieren sich oft über aggressive Werbung oder teure Abos. Sie können nichts, was das System nicht selbst kann. Mehr dazu unter Abofallen vermeiden und Fake-Download-Buttons erkennen. Am PC gelangen solche Tools zudem häufig als Beigabe in Installer: Bundle-Software vermeiden.

Spiele und Dateien auslagern

Spiele verschieben: Steam bietet unter Steam › Einstellungen › Speicher eine Übersicht aller Bibliotheksordner; installierte Spiele lassen sich dort auf ein anderes Laufwerk verschieben, ohne sie neu herunterzuladen. Die Xbox-App und andere Launcher haben ähnliche Funktionen. Mehr zu Steam unter Steam herunterladen.

Externe Festplatte: Fotos, Videos und alte Projekte, auf die Sie selten zugreifen, gehören auf eine externe Festplatte oder SSD. Behalten Sie wichtige Daten aber immer in mindestens zwei Kopien – eine Auslagerung ohne zweite Sicherung ist kein Backup.

Cloud mit Dateien auf Abruf:OneDrive, iCloud Drive und Google Drive können Dateien nur bei Bedarf herunterladen. Unter Windows wählen Sie für einen OneDrive-Ordner per Rechtsklick Speicherplatz freigeben; die Dateien bleiben sichtbar, liegen aber nur noch in der Cloud.

Häufige Fragen

Warum ist mein Speicher voll, obwohl ich kaum Dateien habe?

Häufig belegen System, Caches, Offline-Inhalte von Streaming-Apps und Messenger-Medien den Platz. Die Speicherübersicht des Systems zeigt, welche Kategorie am größten ist.

Darf ich den Ordner „WinSxS“ oder „System“ löschen?

Nein. Löschen Sie keine Systemordner von Hand. Windows räumt diese Bereiche über die Funktion „Temporäre Dateien“ bzw. die Datenträgerbereinigung selbst auf, soweit es gefahrlos möglich ist.

Wie viel freien Speicher braucht ein Update?

Das hängt vom Update ab. Windows, macOS und iOS melden vor dem Start, wenn der Platz nicht reicht. Schaffen Sie dann zuerst Platz, statt das Update mehrfach zu versuchen.

Bringt das Leeren des Browser-Caches viel Speicher?

Etwas, aber meist nicht viel, und der Cache füllt sich beim Surfen wieder. Mehr Platz gewinnen Sie mit dem Löschen großer Downloads, ungenutzter Apps und Offline-Inhalte.