Dateiendungen erklärt: EXE, MSI, DMG, APK und Co.
Die Dateiendung – die Buchstaben nach dem letzten Punkt im Dateinamen – verrät, was eine Datei beim Öffnen tut. Bei Downloads ist das die wichtigste Sicherheitsinformation: .exe, .msi, .dmg oder .apk installieren Programme, .zip und .iso sind Container, .pdf oder .mp4 sind reine Inhalte. Schalten Sie die Anzeige der Endungen ein, damit Ihnen getarnte Dateien sofort auffallen.
Dateiendungen sichtbar machen
Windows und macOS blenden bekannte Endungen standardmäßig aus. Aus rechnung.pdf.exe wird so scheinbar rechnung.pdf – ein beliebter Trick in Schadsoftware-Mails.
- Windows 11: Explorer öffnen › Anzeigen › Einblenden › Dateinamenerweiterungen.
- Windows 10: Explorer › Registerkarte Ansicht › Häkchen bei Dateinamenerweiterungen.
- Mac:Finder › Einstellungen › Erweitert › Alle Dateinamensuffixe einblenden.
- Android und iPhone: Die Datei-Apps zeigen Endungen meist in den Dateiinformationen an (lange tippen bzw. „Informationen“).
Endungen für Programme und Installer
Diese Dateien führen Code aus. Öffnen Sie sie nur, wenn Sie sie bewusst von der offiziellen Quelle heruntergeladen haben.
| Endung | System | Was sie ist |
|---|---|---|
.exe | Windows | Ausführbares Programm oder Installer. Die häufigste Form von Windows-Software – und von Schadsoftware. |
.msi, .msix | Windows | Installationspakete für den Windows-Installer bzw. das moderne App-Paketformat; oft für Firmenverteilung angeboten. |
.bat, .cmd, .ps1, .vbs, .js | Windows | Skripte. Bei normalen Downloads und E-Mail-Anhängen fast immer ein Warnzeichen. |
.scr, .com, .pif, .hta, .lnk | Windows | Bildschirmschoner, alte Programmformate, HTML-Anwendungen und Verknüpfungen – alle können Code starten und werden gern zur Tarnung genutzt. |
.dmg | macOS | Datenträgerabbild, das ein Programm enthält. Nach dem Öffnen ziehen Sie die App in den Ordner „Programme“. |
.pkg | macOS | Installationspaket mit Assistent; kann Dateien an Systemorten ablegen und fragt dafür nach Ihrem Passwort. |
.app | macOS | Das Programm selbst (eigentlich ein Ordner). |
.apk | Android | App-Installationsdatei außerhalb von Google Play. Siehe APK sicher installieren. |
.apks, .xapk | Android | Inoffizielle Paketformate aus mehreren Teilen, die einen eigenen Installer brauchen. |
.ipa | iOS | iPhone-App-Paket; lässt sich auf normalen iPhones nicht einfach per Datei installieren. |
.jar | alle | Java-Programm; startet, wenn Java installiert ist. |
Archive und Abbilder
Container verpacken andere Dateien. Sie selbst sind harmlos – entscheidend ist, was darin steckt.
| Endung | Was sie ist |
|---|---|
.zip | Das verbreitetste Archivformat; alle Systeme öffnen es ohne Zusatzprogramm (ZIP-Datei entpacken). |
.rar, .7z | Stärker komprimierende Archive; aktuelles Windows 11 öffnet sie selbst, sonst hilft ein Packprogramm. |
.tar.gz, .tgz | Archive aus der Linux-Welt, häufig bei Quellcode. |
.iso, .img | Abbild eines kompletten Datenträgers, meist eines Betriebssystems (ISO-Datei öffnen). |
Passwortgeschützte Archive kann kein Virenscanner prüfen. Kommt ein solches Archiv mit dem Passwort in derselben E-Mail, ist das ein typisches Muster von Angriffen (E-Mail-Anhang herunterladen).
Dokumente und Medien
- Dokumente:
.pdf,.docx,.xlsx,.pptx,.odt,.txt. Achtung bei.docm,.xlsmund.pptm: Das „m“ steht für Makros, also eingebetteten Programmcode. Aktivieren Sie Makros nur bei Dateien, deren Herkunft Sie sicher kennen. - Bilder:
.jpg,.png,.heic(iPhone-Fotos),.webp,.gif,.svg. - Video:
.mp4,.mkv,.mov,.avi,.webm. - Audio:
.mp3,.m4a,.flac,.wav,.ogg. - Webseiten:
.html-Anhänge öffnen sich im Browser. Kriminelle nutzen sie, um täuschend echte Anmeldeseiten lokal anzuzeigen.
Für Medien gilt: Die Datei selbst ist ungefährlich, aber nicht jede Quelle ist legal. Ein aktueller Kinofilm als Download auf einer unbekannten Seite ist rechtlich problematisch, unabhängig vom Format (Ist Herunterladen legal?).
Warnzeichen: getarnte Dateien erkennen
- Doppelte Endung:
foto.jpg.exeodervertrag.pdf.scr. Entscheidend ist immer die letzte Endung. - Falsches Format für den Inhalt: Ein Film, ein Lied oder ein Foto, das als
.exe,.msioder.scrankommt, ist kein Medieninhalt, sondern ein Programm. - „Codec benötigt“: Fordert ein Video zum Abspielen einen Download an, ist das eine bekannte Masche. Moderne Player wie der VLC Media Player spielen gängige Formate ohne Zusatz ab.
- Ungewöhnliche Größe: Ein angeblicher Spielfilm mit wenigen Kilobyte oder ein „Installer“, der viel kleiner als erwartet ist, deutet auf einen Downloader hin, der weitere Software nachlädt.
- Symbol passt zur Endung nicht: Programme können sich jedes Symbol geben, etwa ein PDF-Icon. Vertrauen Sie der Endung, nicht dem Bild.
Ist eine Datei verdächtig, öffnen Sie sie nicht, sondern lassen Sie sie prüfen: Datei auf Viren prüfen. Die allgemeinen Grundregeln stehen unter Sicher herunterladen.
Häufige Fragen
Kann ich eine Datei durch Umbenennen der Endung in ein anderes Format umwandeln?
Nein. Die Endung sagt dem System nur, mit welchem Programm es die Datei öffnen soll. Der Inhalt bleibt gleich. Aus einer .mkv wird durch Umbenennen keine .mp4; dafür braucht es eine echte Konvertierung.
Wie ändere ich, mit welchem Programm eine Endung geöffnet wird?
Unter Windows: Rechtsklick auf die Datei › Öffnen mit › Andere App auswählen und „Immer“ wählen, oder Einstellungen › Apps › Standard-Apps. Am Mac: Datei auswählen, ⌘ + I, unter „Öffnen mit“ das Programm wählen und „Alle ändern…“ klicken.
Warum hat meine Datei gar keine Endung?
Manchmal geht die Endung beim Download verloren, etwa durch Sonderzeichen im Dateinamen. Wissen Sie sicher, was die Datei enthält (z. B. ein PDF), können Sie die passende Endung ergänzen. Bei unbekannten Dateien ohne Endung ist Vorsicht angebracht.
Was bedeutet „.crdownload“ oder „.part“?
Das sind unfertige Downloads von Chrome bzw. Firefox. Die Datei erhält ihren richtigen Namen erst, wenn der Download abgeschlossen ist. Bleibt eine solche Datei liegen, ist der Download abgebrochen.